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Analoge Mehrspur-Bandmaschine

Studer A 80 MK II

2 Zoll / 16 Spur





Zwei-Zoll-Spulen werden normalerweise mit 24 Spuren bespielt. Bei 16 Spuren ist die Breite einer Spur grösser, was ein besseres akustisches Verhalten des Bandes mit sich führt. Resultat ist ein präsenter, warmer, fetter Klang – eben typisch analoges Band.



Viele Tontechniker nehmen beispielsweise Gesang, E-Gitarren sowie Schlagzeug immer über Band auf, da sie den Klang schätzen, der sich daraus ergibt.



Die Verstärkerkassetten der A80 sind vollständig diskret aufgebaut – keine Integrierte Schaltungen (ICs).



Zudem verfügt diese A 80 über Transformatoren an sämtlichen Audio-Ein- und Ausgängen, welche dem Klang eine 'Vintage'-Prägung geben - ein gutes Gegengewicht zum analytischen Klang des digitalen Systems.



Seit der Einführung Anfang Siebziger Jahre sind auf der Studer A 80 unzählige epochale Aufnahmen gemacht worden, z.B. Pink Floyds "Dark Side of the Moon" (um nur eine zu nennen...).



Die Bandlauf-Geschwindigkeit der A 80 kann stufenlos geregelt werden.



Diese Maschine wird regelmässig von erfahrenen Technikern gewartet und vor jeder Aufnahme-Session neu eingemessen.



Das Verhalten eines Magnettonbandes bei der Aufnahme führt zweierlei mit sich:

Zum einen ergibt sich durch die Trägheit der Magnetpartikel in der Speicherschicht ein sehr musikalisches Limiting - das Band reagiert schlicht und einfach zu langsam, um kurze Spitzen adaequat aufzuzeichnen. Resultat ist ein dichter 'zusammengeschweisster' Klang und ein Lautheitgewinn von bis zu 6dB. Das Obertonspektrum des Signals wird verstärkt.
Dieses Limiting ist unabhängig von der Lautstärke, mit welcher aufgezeichnet wird (es wird aber natürlich bei zunehmender Sättigung des Bandes stärker).
Das Besondere an diesem Limiting ist, dass die Attack-Zeit gleich null ist - im Unterschied zu einem Limiter reagiert das Band eben gerade nicht auf die Signalspitzen, und somit fallen auch die Probleme, welche sich bei einem normalen Limiter betreffend Attack ergeben, weg.

Zum zweiten wird ein Band oft willentlich in die Sättigung getrieben: die Aufnahme wird so stark ausgesteuert, dass das Band die zusätzliche Lautstärke nicht mehr adaequat speichern kann. Die Bandsättigung bewirkt eine Kompression der Aufnahme, welche durch ein Gerät nicht simuliert werden kann – der Sound wird dichter, wärmer - jedoch auch unklarer (aber nicht jedes Signal soll ja völlig klar sein...)

Bandsättigung sollte als Stilmittel eingesetzt werden, je nach den Klangvorstellungen. Wird beispielsweise starke Bandsättigung auf alle Spuren eines Mixes oder auf die ganze Summe angewandt kann das Resultat etwas verwaschen klingen.
Letztlich ist das Thema "Bandsättigung" jedoch wohl einfach eine Frage des persönlichen Geschmacks.