Das Verhalten eines Magnettonbandes bei der Aufnahme führt zweierlei
mit sich:
Zum einen ergibt sich durch die Trägheit der Magnetpartikel in
der Speicherschicht ein sehr musikalisches Limiting - das Band reagiert
schlicht und einfach zu langsam, um kurze Spitzen adaequat aufzuzeichnen.
Resultat ist ein dichter 'zusammengeschweisster' Klang und ein Lautheitgewinn
von bis zu 6dB. Das Obertonspektrum des Signals wird verstärkt.
Dieses Limiting ist unabhängig von der Lautstärke, mit welcher
aufgezeichnet wird (es wird aber natürlich bei zunehmender Sättigung
des Bandes stärker).
Das Besondere an diesem Limiting ist, dass die Attack-Zeit gleich
null ist - im Unterschied zu einem Limiter reagiert das Band eben
gerade nicht auf die Signalspitzen, und somit fallen auch
die Probleme, welche sich bei einem normalen Limiter betreffend Attack
ergeben, weg.
Zum zweiten wird ein Band oft willentlich in die Sättigung getrieben:
die Aufnahme wird so stark ausgesteuert, dass das Band die zusätzliche
Lautstärke nicht mehr adaequat speichern kann. Die Bandsättigung
bewirkt eine Kompression der Aufnahme, welche durch ein Gerät
nicht simuliert werden kann – der Sound wird dichter, wärmer
- jedoch auch unklarer (aber nicht jedes Signal soll ja völlig
klar sein...)
Bandsättigung sollte als Stilmittel eingesetzt werden, je nach
den Klangvorstellungen. Wird beispielsweise starke Bandsättigung
auf alle Spuren eines Mixes oder auf die ganze Summe angewandt kann
das Resultat etwas verwaschen klingen.
Letztlich ist das Thema "Bandsättigung" jedoch wohl
einfach eine Frage des persönlichen Geschmacks.